Arbeitsverweigerung in Madrid……..

By der schalker

Das Abenteuer Championsleague Qualifikation begann bereits am Dienstag Nachmittag nach Feierabend. Ich bin direkt zu meinen Eltern in den Ruhrpott gefahren um von dort morgen früh nur noch eine Stunde bis Köln/Bonn zu haben. Pünktlich um 04:00Uhr klingelte mich ein blau und weiß aus dem Schlaf und flugs ging es mit dem Auto über fast Menschenleere Autobahnen in Richtung Domstadt. So leer habe ich den Kölner Ring auch noch nie erlebt. Auf Grund der nicht ganz geringen Parkhaus gebühren entschloss ich mich mein Auto in einem Wohngebiet 10 Gehminuten vom Flughafen zu parken. So erreicht ich um 5:30Uhr das Terminal 2, wo Matthias vom Reisebüro bereits die ersten Flugtickets und dazugehörigen Eintrittskarten verteilte.

Zum Schluss gab es noch einen Spiel Schal und dann waren die Vorbereitungen für meinen ersten Tagesflieger erledigt. So langsam trudelten immer mehr Schalker ein und ich entschied mich, da ich ja Nichtraucher bin, schon mal in den Sicherheitsbereich zu gehen.

Nach dem üblichen Prozedere der Leibesvisitation gab es den ersten Kaffee an diesem Tag, 3,50€ , wow Preise wie in unserer Arena aber egal, Kaffee muss morgens sein. In den Reiseunterlagen von Mengede konnte man sich über den Tagesablauf und das Zielland informieren, wobei ich auch vorher schon wusste das Madrid die Hauptstadt und der Euro das gültige Zahlungsmittel ist, aber besser das ganze auch schwarz auf weiß zu haben wenn mal jemand Fragt. Pünktlich um 7:30hr öffnete sich das Gate und ein Zubringer Bus fuhr uns die 250m zu unserer 747-800

von Air Berlin. Im Flieger gab es freie Platzwahl, so das ein Fensterplatz zu ergattern war. Start, Stewardessen und Stimmung waren im grünen Bereich als es um 8:30Uhr auch noch ein liebevoll zusammengebautes Sandwich gab.

Beim Landeanflug auf Madrid

hatten wir gegen 10:00Uhr leichte Bewölkung und ca. 25C was einige Mitreisende mit langer Hose, Pullover und Jacke dann doch als das falsche Wetter zur Kleidung ansahen. Na ja, das ist halt der Nachteil wenn man sich mit dem Gastland nicht beschäftigt, aber wer konnte auch ahnen das es ende August in Spanien noch so warm ist :-) Auch hier parkten wir unsere 850km schnelle Maschine auf dem Rollfeld

vom Flughafen Madrid was einen Teil der rauchenden Bevölkerung dazu veranlasst hat, direkt nach dem aussteigen erst mal eine Kippe anzustecken…….Leute das ist ganz großes Tennis wenn der Onkel mit dem Kerosin LKW neben euch hält, woher soll man auch wissen das auf Flugfeldern im europäischen Ausland neben Tankwagen nicht geraucht werden darf !!!Die 200Meter zum Terminal durften wir wieder mit einem Bus zurück legen. Um 10:30Uhr waren alle Schalker auf 4 Busse und einen VW-Transporter aufgeteilt und los ging es Richtung Innenstadt.

Schon auf den ersten km war zu spüren das diese Stadt ein bisschen größer war als Gelsenkirchen und das Meer war auch schon ausgeschildert :-)

nur 305km. Von unseren Busfahrern wurden wir direkt neben dem Retiro Park, einer Mischung aus Englischem und Französischem Garten, abgesetzt. Von hier aus habe ich mich erst mal zur nächstgelegenen Metro-Station aufgemacht um die, von mir im Vorfeld ausgesuchten weitesten Ziele, als erstes abzuarbeiten. Wie das in Spanien mit der Metro geht, haben wir ja erst vor kurzem in Barcelona gelernt. 10er Karte aus dem Automaten, nen Metroplan geschnappt sich kurz orientiert. Erstes Ziel, Plaza de Toros

, Spaniens beeindruckenste und größte Stierkampfarena. Hier passen 22.000 Besucher rein.

Wenn man der spanischen Sprache mächtig gewesen wäre, hätte man auch gewusst das dieses Schild in unserer U-Bahn bedeutet,

das nach einer Station erst mal Schluss ist und der Bus übernimmt. Ich habe mich dann aber für einen kleinen Fußmarsch zum Puerta del Sol

aufgemacht. Mitten auf dem Platz befindet sich der Kilometerstein 0, von dem sich sechs Hauptverkehrsstraßen durch die Stadt und später durch das ganze Land ziehen. Der Legende nach wird jeder sicher nach Madrid zurück kehren der einmal auf dem Stein gestanden hat. Des weiteren findet man eine Statue von einem Bären, der gerade die Früchte von einem Erdbeerbaum nascht.

Dieses Bild findet sich auch im Stadtwappen-und Vereinswappe vom Madrid bzw. Atletico. Nun ging es mit der Metro weiter zum Estadio Santiago Bernabeu

dem Stadion von den königlichen, dem Spanischen Rekordmeister Real Madrid. Schon beeindruckend und ich wäre bestimmt auch zu einer Besichtigung rein gegangen wenn ich mehr Zeit gehabt hätte. Aber so setzte ich meinen Weg aus dem nördlichen Madrid per Metro wieder zurück zu meinen nächsten beiden Zielen, dem Königspalast Placio Real und Catedrale de la Almudena. Der prachtvolle Palast

mit den barocken Fassaden wurde von 1737 bis 1764 erbaut. Heute wohnt die Königsfamilie nicht mehr im Palast sondern nutzt ihn nur noch für repräsentative Zwecke. Direkt neben dem Palast befindet sich die Catedrale le la Almudena

diese wurde 1879 unter Alfonso XII zu ehren von San Isidro, dem Schutzheiligen der Stadt, gebaut und 1993 vom Papst geweiht und kann sich seitdem Kathedrale nennen. Von hier aus ging es jetzt bei ca. 31°C in der Sonne

zu Fuß durch die Altstadt

zum Plaza Major.

Der Platz wurde im 15. Jahrhundert als Marktplatz angelegt und gilt bis heute als der lebendigste Platz der Stadt. Ich muss sagen das hier im Gegensatze zu Barcelona bis auf zwei Künstler

tote Hose war. Weiter ging es wieder über den Puerto del sol in Richtung der Gran Via, der Hauptstraße von Madrid. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, das sich auf der G.de la Montera der Straßenstrich von Madrid befand. was ich aber relativ schnell begriffen habe, als mir verschiedenste Angebote von bildhübschen Frauen zu Spottpreisen gemacht wurden. Und ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich habe es vorgezogen meinen Weg ohne Abstecher in einem Spanischen Hotel fortzusetzen. Ob das jetzt blöd oder schlau war, kann jeder selber entscheiden, aber ich wollte das Spiel am Abend Live sehen und nicht in einem Spanischen Knast überlegen wie ich in den nächsten Tagen nach Hause komme. Mein letztes noch geplantes Ziel war neben dem Estadio Vicente Calderon der Plaza de la Cibeles. Viele, auch ich, halten ihn für den schönsten Platz in Madrid. Eine Attraktion des Platzes, der zwischen 1792 und 1892 entstanden ist, ist der eindrucksvolle Brunnen,


der heute ein Wahrzeichen von Madrid ist. Äußerst beeindruckend finde ich allerdings das Postamt im Hintergrund, welches zufällig im Jahr 1904 erbaut wurde. Nun aber genug mit Sightseeing und ab ging es Richtung Heimspielstätte von Athleico Madrid

dem Estadio Vicente Calderon. Dieses wurde 1966 eingeweiht und verfügt heute über 54.851 Sitzplätze. Die Haupttribüne ist gleichzeitig Tunnel für die Stadtautobahn.

Vorbei an unzähligen Souvenierhändlern

ging es ohne Leibesvisitation hoch in unseren Block.

Auf dem Weg dahin noch schnell die neusten UEFA Richtlinien

eingepackt und beim lesen festgestellt, das wir im Fall von Euphorie als Minderheit hier nicht die Massen anstecken dürfen, was auch immer sie uns sagen wollen :-) Auf der Rückseite des Zettels, welche in Spanisch war, stand auch noch was von Alkoholverbot. Das wurde im Stadion aber nicht so eng gesehen wenn kein Ordner in der Nähe war. Vor dem Spiel gab es noch eine Gedenkminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes vor einer Woche

und los ging der Weg in die Königsklasse. Über 30 Grad und 54 000 meist tobende oder johlende Zuschauer

waren im Estadio Vicente Calderon die äußeren Begleiterscheinungen eines Spieles. Zwanzig Minuten später ist fast alles schon vorbei. Zum ersten Mal klingelt es im königsblauen Gehäuse

Der argentinische Goldmedaillengewinner Aguero, Maradonas zukünftiger Schwiegersohn, hat, unter dem riesigen Jubel der spanischen Fans, getroffen. Die Königsblauen hatten in der ersten Halbzeit nicht eine einzige Torchance und so blieb es auch erst einmal nach dem Wechsel. Anders Atletico, das sofort wieder wach war und durch Diego Forlan sechs Minuten nach der Pause mit 2:0

in Führung gehen konnte. Einziger Lichtblick in diesem Spiel war die Supportersfahne im Spanischen Block

die nach dem Hinspiel plötzlich weg war. Dank der Spanischen Polizei konnte diese zu mindesten wieder den Heimweg nach Gelsenkirchen antreten. Der Rest des Spiels ist schnell geschrieben,  Luis Garcia machte mit seinem Abstaubertor

alles klar. Kurz vor Spielende gab es noch einen Elfmeter. Dieser wurde von Maxi Rodriguez zum 4:0

Endstand verwandelt, nachdem Pander die Rote Karte gesehen hatte. Währen die Atletico-Fans den Einzug in die Championsleague feierten

hieß es für uns noch eine Stunde Blocksperre,

bevor es durch das nächtliche Madrid mit dem Bus zum Flughafen ging. Gegen ein Uhr hebt unser Vogel dann wieder Richtung Köln ab. Gute zwei Stunden später landet die Boing sanft auf heimischen Boden und ich mache mich auf eine 2 1/2 Stündige Autofahrt gen Norden. Pünktlich um 6:15 Uhr stand ich unter der Dusche, so das ich um 7:00 Uhr wieder im Büro saß, war was? Ach ja Samstag ist das Spiel gegen Bochum und wir Spielen in der Championsleague äh dem UEFA-Cup.

Glück auf

„der Schalker“

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3 Antworten zu „Arbeitsverweigerung in Madrid……..“

  1. tobitatze sagt:

    Schön, traurig und leider wahr…

  2. ohneeinander sagt:

    Hi Marc,
    ein interessanter Tag ausserhalb der Sportarena. Warum eigentlich nicht! ;-)

    Ich kann gut nachvollziehen, wie man sich nach so einem Spiel fühlt.

    Für uns (FCE) läuft es ja momentan auch nicht so gut. Trotzdem freue ich mich auf jedes Spiel.

    „Und ich habe mich so gefreut!, sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?“

    Maria von Ebner-Eschenbach

    Bis dann und liebe Grüße!

  3. Tanja sagt:

    Hallo Marc,

    wie immer ist auch dieser Bericht sehr gut geschrieben. Wenn schon das Spielergebniss nicht stimmt, so kann man sich jedenfalls an einem so gut geschrieben Bericht freuen.

    Mach fleißig weiter so…lese gerne Deine Spielberichte

    Blau weiße Grüße von Tanja

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