Tag 1
Das Abenteuer Internationales Testspiele bei Rapid Wien ist heute morgen um 07:04Uhr in Leeste gestartet. Kai war pünktlich da so das es direkt auf die Autobahn nach Hannover Langenhagen ging. Da uns 38€ Parkgebühr für zwei Tage echt zu viel waren, haben wir kurze Hand in Langenhagen geparkt und sind von dort

die eine Station mit der S-Bahn für 2,10€ gefahren. Vorher noch mal kurz ein belegtes Brötchen erworben und dann ging es ab zum Flughafen. Einchecken am Schalter war heute nicht angesagt, da man in Zeiten des Internet seine Flugticket bereits zu Hause ausdruckt. An der Sicherheitskontrolle wurde heute mein Laptop und meine Kamera das erste mal in meinem Leben auf Sprengstoff überprüft !!! Ja ok, ich bin als Schalker zu erkennen, aber ich fliege doch nicht nach Doofmund
Am Gate war dann auch nicht wirklich viel los, Mallorca oder Ibiza ist im Juli wohl eher das Reiseziel als Wien. Pünktlich um 10:50Uhr ging es bei ca. 16°C und bewölktem Himmel auf den 1Stunde und 10 min. dauernden Flug in die österreichische Hauptstadt. Der Airbus A 319 war doch recht gut gefüllt. Neben Kai und mir befanden sich weitere Schalker vom Suportersclub an Bord. Damit waren wir zu mindestens erkennbar in der Überzahl gegenüber dem einzigen Werder Fan. Keine 5 min. nach dem Start hatte ich bereits meinen Kaffee und mein Sandwich. Auf Grund der günstigen Verkehrssituation und der Flugroute über einen Teil von Tschechien sollen wir laut Kapitän bereits um kurz vor 12 bei ca. 18-20°C in Wien landen. So ist das wenn man sich mit 840km/h bewegt. Da wir beide kein Gepäck haben, geht es sofort mit der S-Bahn Richtung Wien Mitte. Hier haben wir uns erst mal eine 48Std. Karte für die Wiener Verkehrsbetriebe organisiert und ab ging es mit der U-Bahn zum Hotel.

Hier einmal kurz die Lage gecheckt, umgezogen und dann wieder zurück in die Innenstadt. In der Stadt war die erste Anlaufstelle der Stephansdom.

Die gotische Kathedrale ist das Wahrzeichen im Herzen der Stadt. Der „Steffi“, wie die Wiener ihren Dom liebevoll nennen, geht ungefähr auf das Jahr 1147 zurück. Hier hatte es sich auch die UGE gemütlich gemacht und da eine oder andere Bier vernichtet. Ich habe mich als erstes mal zu Fuß über die Kärntner Straße, Wien’s elegante Einkaufsstraße in Richtung Wiener Staatsoper gemacht. Überall auf der Straße waren die menschlichen Statuen

die wir schon aus Barcelona kannten. Die Oper ist der erste Prachtbau an der Ringstraße.

Im Mai 1869 wurde sie mit Mozarts Don Giovanni feierlich eröffnet. Nach dem erste Eindruck ging es mit der Straßenbahn

raus zum Stadion wo sich so langsam das ein oder andere bekannte Gesicht blicken ließ.

Gegenüber vom Rapid Fanshop hatte ich meinen Zielpunkt erst mal erreicht und es gab ein selbst zusammen gestelltes Menü für den schmalen Geldbeutel.

So gestärkt ging es zurück zu unserem Eingang wo immer mehr blaue eintrafen. Alles in allem waren es zum Schluss so zwischen 800 und 1000. Nicht schlecht für ein Testspiel im Ausland. Vom Aussehen des Stadions habe ich mich ein paar Jahre zurück versetzt gefühlt.

Ich dachte ich bin in Leverkusen in den 90er Jahren. Kurz vor dem Einlass fuhr immer mehr Polizei auf

und dann kamen die Ultras zu Fuß um die Ecke.

Verdammt viel Polizei für ein Testspiel, was erwarten die was wir noch nicht wissen? Im Eingangsbereich wurden heute Handzettel verteilt

das es später eine Choreo für den kürzlich verstorbenen Erich geben soll. Ohne Erich wäre der Weg aller Ultras auf Schalke steiniger gewesen. Jetzt erwartete uns ein sehr schönes kleines für 17.500 Zuschauer fassendes reines Fußballstadion.

Das einzige was es nicht gab waren fest Installierte Toiletten, da musste man auf die guten alten Dixi’s zurück greifen.

Beim Einlaufen der Mannschaften gab es eine schöne Gedenkchoreo der Rapid-Fans

zum 110jährigen bestehen des Vereins. Wenn Tradition greifbar wäre, dann hätte man heute sehr viel in die Hand nehmen können: Rapid leitete das Jubiläumsspiel gegen den FC Schalke 04 auf würdige Weise ein, Leopold Gernhardt (letzter noch lebender Spieler des Meisterschaftsendspiels zwischen Rapid und Schalke im Jahr 1941) machte den Ehren-Anstoß.

An diese Begegnung erinnert man sich in Wien übrigens gerne zurück: Im Juni 1941 hatten sich die Grün-Weißen im direkten Duell mit Schalke vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion trotz eines 0:3-Rückstandes noch mit 4:3 durchgesetzt und sich damit zum einzigen Mal in der Vereinsgeschichte den deutschen Meistertitel gesichert. Danach wurde das Spiel für die Schweigeminute unterbrochen und unsere Kurve präsentierte die mitgebrachten

Plakate und Papptafeln.

Untermalt wurde das ganze von Bengalischen Feuern

die in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, erlaubt sind. Da auch die Rapid Fans einige davon dabei hatten, gab es recht Stimmungsvolle Bilder in beiden Kurven.

Zur Überraschung aller hatten auch die Rapid Fans ein Plakat für Erich.

Danke dafür. Das Plakat wurde den Ultras im laufe des Spiels übergeben und bei uns in der Kurve auch noch einmal unter Applaus der Rapid-Kurve präsentiert.

Die erste Torchance nach dem Trainingslager in Herzlake hatte Ivan Rakitic. Den Schuss aus 16 Metern konnte Rapid-Schlussmann Helge Payer aber sicher entschärfen.In der 25 min. dann die 1:0-Führung für Rapid.

Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld war es Hoffer, der die Kugel direkt mit rechts ins linke untere Eck schoss. Farfán sorgte kurz vor der Pause noch mal für Torgefahr. Nach einem Traumpass von Holtby versuchte Payer zu umspielen. Der Schlussmann wusste sich aber nur mit einem Foul zu helfen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Rakitic sicher zum 1:1 Pausenstand.

Aus einem schnellen Konter nach der Halbzeit bekam Kuranyi den Ball. Den ersten Versuch mit dem Kopf konnte Payer noch wegfausten, doch beim Nachschuss aus fünf Metern war er machtlos. So ging die Revanche von 1941 diesmal zu unseren Gunsten aus.

Nach dem Spiel ging es mit den Berghöefers und einem befreundeten Pärchen aus Nürnberg Richtung Bim-Haltestelle. Von den Rapid-Fans gab es trotz des Ergebnisses nur Lob über unsern Support

und die Anzahl der Mitgereisten Fans.

Außer beim Stadtderby ist man in Wien so um die 100-200 Auswärtsfans gewohnt. Die von Matthias ausgesuchte Straßenbahn 49,

die eigentlich eine getarnte 52 war, brachte uns auf dem direkten Weg über den Wiener Straßenstrich zum Karlsplatz von wo aus es mit der U-Bahn wieder zum Stephansdom ging. Unser Abend sollte eigentlich im Figlmüller, dem traditionellem Wienerschnitzel-Restaurant , enden, da war aber leider schon Sperrstunde. So haben wir den Abend in einem anderen Restaurant gleich um die Ecke bei Wiener Schnitzel und Tafelspitzsuppe in Kombination mit einheimischem Gerstensaft ausklingen lassen. Für mich ging es um kurz nach eins mit der letzten U-Bahn vor Betriebsschluss ins Hotel. Kurze Dusche und ab in die Haia.
Tag 2
Der zweite Tag begann um Punkt 8:00Uhr bei strahlend blauem Himmel in Österreichs Hauptstadt mit einer erfrischenden Dusche und einem durchschnittlichem Frühstück. Na gut, was will man erwarten bei einem Preis von 38€. Vom Hotel aus ging es als erstes mit der Bim Richtung Schloss Schönbrunn.

Die barocke Anlage wurde zwischen 1695 und 1713 als einstige Sommerresidenz der Habsburger errichtet. Hinter dem Schloss erstreckt sich eine riesige Parkanlage

im französisch-barockem Stiel, den ältesten Zoo der Welt,

ein Palmenhaus, ein Brunnen und die zweitgrößte barocke Orangerie der Welt. Oberhalb vom Park befindet sich die Gloriette.

Dieses Gebäude wurde früher als Speisesaal genutzt, heute ist da oben ein Aussichtspunkt von wo aus man komplett über Wien schauen kann.

Da ich mir damals in Trondheim den Weg zur Burg über der Stadt geschenkt habe und mich darüber immer noch ärger wenn ich die Bilder sehe, war der Anstieg, trotz der Temperaturen, heute ein muss. Und es hat sich gelohnt. Laut Reiseführer besuchen jedes Jahr 100 000 Besucher das Schloss, bei dem was da heute an Japanern unterwegs war,

sind die alle heute da. Von hier aus war mein nächstes Ziel das Hundertwasserhaus in der Löwengasse. In Madrid ist der Besuch damals aus Zeitgründen leider ins Wasser gefallen.

In der Heimat des Künstlers Friedrich Hundertwasser ist es aber ein muss. Das 1968 eröffnete, märchenhaft anmutende Haus mit den Zwiebeltürmen und dem üppig bewachsenen Dach.

Die Wohnungen über dem Eingang werden von bunten Säulen getragen

und die Fassade präsentiert sich in bunten Farben. Für jede Wohnung eine andere Farbe und verschieden große Fenster. Von hier aus ging es weiter mit der Straßenbahn in Richtung Praterpark.

Zu Fuß machte ich mich von dort auf den Weg zum Ernst-Happel-Stadion immer bedacht den Eichen

nicht im Weg herumzulaufen
. Im Park war alles unterwegs außer Autos.

Das ehemalige Praterstadion ist das größte Stadien

von Österreich und wird nur für Länderspiele und die großen Stadtderbys benutzt. Einmal komplett umrundet konnte ich am vorletzten Eingang doch noch einen Blick ins innere werfen,

bevor es mit der U-Bahn weiter Richtung Prater Vergnügungspark ging.

Als langjähriger Cranger-Kirmes Dauergast haut einen so etwas nicht wirklich vom Hocker, so das es nach einer kleinen Erfrischung weiter in die Innenstadt zur Hofburg ging.

Die Hofburg war einst die Residenz der Habsburger. Heute ist sie Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten und beherbergt nebenbei noch die Spanische Hofreitschule

, die Nationalbibliothek

und die Silberkammer vom kaiserlichen Hof. Früher hat in der Hofburg auch mal Sissi und Franzl gelebt. Was einem überall in Wien auffällt sind die Kutschen

oder wie der Wiener sagt dem Fiaker. Gerade hier an der Burg mit dem Kopfsteinpflaster versetzen einen die Geräusche zurück in die Kaiserzeit. Nach so viel laufen habe ich mir heute noch ein Wiener Schnitzel und eine Melange mit einem Stück originaler Sachertorte gegönnt, bevor es gegen kurz nach 18:00Uhr wieder mit der S-Bahn Richtung Flughafen ging.

Direkt nach dem Einchecken haben wir am nachbar Gate Matthias nebst Gattin getroffen, da ihr Flug ca. eine Stunde vor unserem Richtung Düsseldorf ging. Pünktlich um 21:30 Uhr ging es auch für uns wieder Richtung Hannover

wo wir gegen halb elf wieder gelandet sind. Eine S-Bahn-Station

und eine weitere Autostunde später war ich gegen kurz nach 00:00 Uhr endlich in meinem Bett. Das war es dann erst einmal mit Internationalem Fußball für diese Saison.
Glück auf
„der Schalker“